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Ernst Bornemann - Jahrgang 1963, Webdesigner und Unix/Linux-Netzwerkadministrator.

Als lizenzierter Funkamateur und Bastler fasste ich den Entschluss, eine umfangreiche Dokumentation über die Üfest-Lüchow anzufertigen. Ein Bericht von Werner Pickert "Postgeschichtliche Blätter Hannover/Braunschweig" (Heft 11) aus dem Jahre 1989 motivierte mich zusätzlich. Seit 2003 archiviere ich nun alles zu diesem Thema, da es kein zentrales Archiv der ehemaligen Deutschen Bundespost gibt. Dokumente, Fotos, Fachberichte, Pressemeldungen sowie Zeitzeugenberichte vereinen sich hier auf diese Weise, so hoffe ich, zu einer lesenswerten Chronik.

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Im Jahre 1963 kam ich auf diese Welt. Ich bekam den Namen Ernst. Meine Eltern, meine Geschwister und ich lebten im Hause meiner Großmutter im Ort Braudel - im Landkreis Lüchow-Dannenberg - nahe Clenze. Da mein Vater als Funkbeamter bei der Üfest arbeitete, lag es nahe, nach einer passenden Behausung zu suchen. Meine Eltern entschieden sich für einen Bauplatz in Woltersdorf.

In Woltersdorf habe ich sprechen, laufen und Fahrrad fahren gelernt. :-))

Wie stürzt man einen Bürgermeister? Nun, die Antwort ist ganz einfach: Nachdem ich für mich feststellte, dass Stützräder an einem Fahrrad lästig sind, probierte ich das Fahrradfahren halt ohne Stützräder aus. Dieses Experiment wurde dem damaligen Bürgermeister zum Verhängnis. Ich brauste, vor Freude fast überschäumend, schnurstracks auf das Gemeindeoberhaupt zu. Daraufhin stürzte der Bürgermeister.

Mit zehn Jahren verliebte ich mich unsterblich in Susanne S.. Susanne wohnte damals im zweieinhalb Kilometer entfernten Oerenburg. Mamamia, ich war mächtig verknallt. Im knabenhaften Alter von dreizehn Jahren entzückte mich das Rauschen und Piepen eines Grundig-Kurzwellen-Empfängers. Das Hören auf den Bändern bereitete mir irgendwie mehr Freude als das Zuhören bei der wöchentlichen (Pflicht) Konfirmandenstunde bei *Pastor Reinecke. Regelmäßig hörte ich in den Abendstunden auf der Mittelwelle "» Radio Luxemburg“ oder den „Soldatensender" und genauso regelmäßig schlief ich dabei ein. Der "kleine Mann im Ohr" wurde mein Freund.


* Der Pastor hatte Humor. Übrigens: Die Dachziegel der Woltersdorfer Kapelle wurden später von mir – in einem Sondereinsatz – geklammert und verstrichen. (Hoffentlich hat´s gehalten!)


Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Eines Tages, nach Schulschluss, aus Lüchow mit dem Fahrrad kommend, traf ich direkt am Gasthaus "Zur Post" in Woltersdorf auf einen schwarzen Mann in einer grünen Verkleidung. Oh Schreck, oh Schreck. Zu meinem Erstaunen trug der Mann auch noch einen Hut mit kleinen belaubten Zweigen daran. Ja, es war der Tag einer militärischen Übung der britischen Streitkräfte. Der Mann sprach mich an und bat mich, ihm Cola zu besorgen. Schnell fuhr ich zu "Milch-Schulz" (Anni Schulz). Ein paar Groschen und ein zufriedenes Lächeln waren der Lohn meiner Hilfsbereitschaft. Ich denke oft an diese Zeit zurück.

Nach der Schul- und Berufsausbildung in Lüchow verschlug es mich beruflich in den Landkreis Harburg. Hier hatte ich unter anderem auch mit der » BOS-Funktechnik und dem erforderlichen Betriebsdienst zu tun. Zwischendurch beschützte ich brav mein Vaterland in der Theodor-Körner-Kaserne in Lüneburg vor vermeintlichen Feinden. Mein persönlicher Feind zeigte sich gelegentlich in Form von ausgedehnter und gut organisierter Langeweile. Naja - Sie wissen schon....

"Kompanie stillgestanden" – brüllte der Spieß. Bewegt lauschten wir seinen Worten. "Kameraden, der eiserne Vorhang geht auf". Die Nachricht vom 9. November 1989 erreichte mich während einer Reservisten-Mob-Übung in der Nähe von Winsen an der Luhe. .

Nun erwachte in mir die Neugier auf den "Nahen Osten". Mit dem "Nahen Osten" meine ich natürlich den benachbarten Landkreis Salzwedel in der Altmark. Zu dieser Zeit war die Altmark noch in sechs Landkreise unterteilt und jetzt erinnerte ich mich auch wieder an die vielen Geschichten meiner -in Salzwedel zur Schule gegangenen- leider viel zu früh verstorbenen Großmutter.

Der 16.11.1991, abends – Karneval im Kreiskulturhaus in Osterburg. Der Anblick blonder langer Haare und ein bezauberndes Lächeln bohrten sich durch meine -4,5 Dioptrien starken- Brillengläser. Seit diesem Tage praktizieren wir, meine Lebensgefährtin und ich, die deutsch-deutsche Wiedervereinigung, in wilder Ehe sozusagen, auf unsere ganz eigene Weise.

Zu meinem Hobby: ---->>>> » Amateurfunk verbindet